Christine und Karina sitzen auf zwei Stühlen und schauen von unten in die Kamera.
Christine und Karina sitzen auf zwei Stühlen und schaun von unten in die Kamera.

Eindeutige Warnung: Finger weg von Engagement Pods!

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Eindeutige Warnung: Finger weg von Engagement Pods!

Vielleicht hast Du den Begriff schon mal gehört. Doch: Was sind Engagement Pods und sind diese überhaupt sinnvoll?

Engagement Pods – Zusammen ist man einfach stärker?

Ja, es gab eine Zeit, in der alle Beiträge auf Instagram chronologisch im Feed der Follower*innen ausgespielt wurden. Diese Zeit ist jedoch längst vorbei. Sprich: Seit der Einführung des Algorithmus auf Instagram werden Beiträge nicht mehr chronologisch im Instagram-Feed angezeigt, sondern die Relevanz und das Engagement – also die Reaktion in Form von Likes und/oder Kommentaren des jeweiligen Posts – spielen die entscheidende Rolle für die Platzierung in der Timeline. Die Ausrichtung anhand des Algorithmus wird natürlich nicht nur positiv bewertet.

Likes und Kommentare als Geschäftsmodell

Sowohl den – aus Freude an der Fotografie angemeldeten – User*innen ist diese Neuerung ein Dorn im Auge als auch jenen, die aufgrund ihrer Reichweite einen Anteil ihres Lebensunterhaltes auf und mit Instagram verdienen: Influencer*innen. Influencer*innen und das darin enthaltende Influencer Marketing haben sich in den letzten Jahren zu einer der beeindruckendsten Marketing Strategien entwickelt, da die Authentizität der Social Media Stars um einiges höher und glaubwürdiger erscheint als die anderer gängiger Werbemaßnahmen.

Alles fake?

Seit Einführung des Algorithmus wird es für jene jedoch von Tag zu Tag schwieriger sich weit oben im Feed zu platzieren, um von möglichst vielen User*innen gesehen und im besten Falle ein Like und/oder ein Kommentar zu erhalten. Viele Influencer bestätigen sogar einen Rückgang der Reaktionsfreudigkeit ihrer Follower*innen seit der Einführung des Algorithmus, obwohl sie an ihrem Posting-Verhalten rein gar nichts verändert haben. Es wurden bereits verschiedene Drittanbieter-Apps geschlossen, um beispielsweise Bots den Spielraum in der Insta-Welt zu verkleinern, suchen User*innen immer wieder neue Möglichkeiten um ihre Post-Reaktionen, also ihr Engagement, zu steigern – in anderen Worten: dieses zu faken.

Um dem Algorithmus entgegenzuwirken, haben sich mittlerweile diverse Instagrammer*innen in verschiedene Online-Gruppen zusammengeschlossen, um gegenseitig das Engagement ihrer Posts zu pushen. Diese Gruppen werden als Pods, genauer gesagt als Engagement Pods bezeichnet und diese findet man beispielsweise auf Facebook, Whatsapp, Telegram oder Instagram selbst.

Sinkende Authentizität durch Engagement Pods?

Wurden Influencer*innen ursprünglich aufgrund ihrer Authentizität den Werbemaßnahmen großer Marken vorgezogen, so lässt sich die Glaubwürdigkeit dieser aufgrund der Engagement Pods nun hinterfragen. Laut einer Erhebung der Influencer Plattform Sway wurden von ca. 118.000 Kommentaren nur rund 21.000 von echten Menschen verfasst.

Auch Sponsered Posts stehen vor unbefriedigenden Problemen: Von 2000 Sponsered Posts täglich sind lediglich 36 ohne jegliches gefaktes Engagement, was nicht nur Werbepartner, sondern auch potentielle Kund*innen zweifeln lässt und Influencer*innen aufgrund dessen vermehrt als Betrüger angesehen werden.

Handelt es sich bei den Engagement Pods aber wirklich um Betrug?

Sich mit anderen Nutzer*innen über gleiche Interessen auszutauschen und sich im Zuge dessen zu einer Gruppe zusammenzuschließen hat zunächst einmal nichts Verwerfliches an sich. Jedoch werden diese Engagement Pod-Gruppen kaum für diesen Zweck genutzt, sondern viel mehr als Art Newsletter, um auf die neusten Beiträge aufmerksam zu machen und somit ein künstliches Engagement zu erzeugen.

Obwohl diese Gruppen und Nachrichten von realen Menschen erzeugt werden, also nicht von Computern wie beispielsweise Bots, verpflichten sich Mitglieder mancher Gruppen dem jeweiligen Gruppenadmin zu folgen oder binnen 10 – 15 Minuten das eben zugesandte Bild/Video zu liken und zu kommentieren. Dieses kleine Zeitfenster spielt eine entscheidende Rolle, da dies das Engagement eines Posts mehr pushed und diesen somit weiter oben in der Timeline platzieren lässt.

Zeitraubend und stresserzeugend

Mehrere User*innen selbst und Expert*innen warnen jedoch vor der Nutzung von Engagement Pods und haben zunehmend Zweifel am Nutzen und Mehrwert dieser Gruppen. Durch das Etablieren eines künstlichen Wachstums, könne der Influencer nicht mehr damit aufhören und mache seine Reichweite somit systematisch von dem Pod abhängig.

Neben negativen Auswirkungen, wenn beispielsweise immer die gleichen User*innen zusammenhangslos unter den Beiträgen kommentieren, ist eine Mitgliedschaft in solch einer Gruppe besonders zeitintensiv. Sollte die Interaktion der Engagement Gruppe aufgrund dessen plötzlich abnehmen, würde dies zusätzlich dem Algorithmus verdeutlichen, dass der Content nicht mehr relevant sei. Dieser wird somit automatisch wieder weiter unten im Feed platziert.

Instagram und Facebook vs. Engagement Pods

Instagram selbst sieht das Zusammenschließen zu Pods als problematisch an und weist mittlerweile in den Gemeinschaftsrichtlinien der Plattform darauf hin:

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Auch Facebook geht inzwischen gegen Instagram Engagement Pods vor: mindestens 10 Facebook Gruppen mit rund 300.000 Mitgliedern wurden Anfang Mai gelöscht. Jede dieser Gruppe zeichnete sich durch ein außergewöhnlich schnelles Wachstum an neuen Mitgliedern aus. Facebook setzt hiermit ein deutliches Zeichen und weist darauf hin, dass solche Gruppen wohl nicht das geeignetste Mittel gegen bzw. für den Algorithmus sind. Was meint Ihr? Sind solche Gruppen sinnvoll und wie gravierend findet Ihr Facebooks Durchgreifen im Hinblick auf die Löschung diverser Gruppen?

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